Wenn wir in der Rösterei einen neuen Kaffee zum ersten Mal probieren, dann meistens so: als Pour Over im Handfilter. Keine Methode zeigt ehrlicher, was in einer Bohne steckt – jede Frucht, jede Blume, jede feine Säure. Und das Beste: Ihr braucht dafür keine teure Ausrüstung, nur ein bisschen Ruhe und einen dünnen, gleichmäßigen Gießstrahl.
Das braucht ihr
- 15 g Kaffee, mittelfein gemahlen (Verhältnis 1:16)
- 250 g Wasser, 93 bis 96 °C
- Handfilter (z. B. V60) mit Papierfilter, Kanne oder Tasse
- Waage und Timer – ein Schwanenhals-Kessel hilft, ist aber kein Muss
So geht’s
- Papierfilter mit heißem Wasser durchspülen – das entfernt den Papiergeschmack und wärmt Filter und Kanne vor. Spülwasser wegkippen.
- Kaffee einfüllen, Bett glatt schütteln und eine kleine Mulde in die Mitte drücken.
- Blooming: Timer starten und mit 45 g Wasser das gesamte Mehl benetzen. 30 bis 45 Sekunden quellen lassen – das entweichende CO2 macht Platz für eine gleichmäßige Extraktion.
- In langsamen, kreisenden Bewegungen von innen nach außen bis 150 g aufgießen. Den Filterrand dabei auslassen.
- Sobald der Wasserspiegel etwas gesunken ist, in einem zweiten Guss bis 250 g auffüllen.
- Zum Schluss den Filter einmal sanft kreisen lassen („Swirl“), damit das Kaffeebett flach wird und gleichmäßig durchläuft.
- Gesamtdurchlaufzeit: etwa 2:30 bis 3:30 Minuten.
Unsere Tipps
- Die Durchlaufzeit ist euer Kompass: Läuft der Kaffee schneller als 2:30 durch, feiner mahlen. Dauert es länger als 3:30, gröber mahlen.
- Kaffee besteht zu 98 Prozent aus Wasser – gefiltertes oder weiches Wasser macht einen erstaunlich großen Unterschied.
- Hell geröstete Kaffees mit fruchtigen Noten sind im Handfilter in ihrem Element.