Espresso ist die Königsdisziplin: 25 bis 30 Sekunden, in denen alles stimmen muss. Klingt nach Wissenschaft, ist aber vor allem Handwerk – und mit einem einfachen Grundrezept kommt ihr erstaunlich weit. Hier ist unser Startpunkt für den Siebträger zuhause, von dem aus ihr euch an euren perfekten Shot herantastet.
Das Grundrezept
- 18 g Kaffee, fein gemahlen, im Doppelsieb
- 36 g Espresso in der Tasse (Verhältnis 1:2)
- Bezugszeit: 25 bis 30 Sekunden
- Wassertemperatur: 92 bis 96 °C (bei den meisten Maschinen voreingestellt)
So geht’s
- Maschine aufheizen lassen – je nach Modell 15 bis 30 Minuten. Eine kalte Maschine macht sauren Espresso.
- 18 g frisch in den Siebträger mahlen und auf einer Waage kontrollieren.
- Kaffeemehl gleichmäßig verteilen – Klümpchen mit einem dünnen Werkzeug oder durch Klopfen auflösen.
- Gerade und mit gleichmäßigem Druck tampen. Wichtiger als viel Kraft: Das Kaffeebett muss eben sein.
- Siebträger einspannen, Tasse auf die Waage, Bezug und Timer gleichzeitig starten.
- Bei 36 g in der Tasse stoppen und auf die Uhr schauen.
Zu schnell? Zu langsam? So justiert ihr
- Unter 25 Sekunden und sauer-dünn im Geschmack: feiner mahlen.
- Über 30 Sekunden und bitter: gröber mahlen.
- Immer nur den Mahlgrad ändern und die Dosis konstant halten – wer an zwei Schrauben gleichzeitig dreht, weiß nie, welche es war.
Unsere Tipps
- Die Waage ist euer wichtigstes Zubehör – nach Augenmaß dosieren ist der Hauptgrund für schwankende Ergebnisse.
- Frisch gerösteter Kaffee braucht nach dem Röstdatum etwa 1 bis 2 Wochen Ruhe, bis er sich im Siebträger gut verhält – direkt nach der Röstung sprudelt zu viel CO2.
- Das 1:2-Verhältnis ist der Startpunkt, kein Gesetz: Fruchtige, helle Röstungen mögen es oft etwas länger (1:2,5), kräftige dunkle auch mal kürzer.
- Duschsieb und Brühgruppe regelmäßig spülen – alter Kaffee ist der häufigste Grund für ranzige Nebentöne.